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Kurzanleitung zum Erstellen des ersten Hologramms

(zu Filmmaterial, siehe Internet)

Im folgenden wird die Aufnahme von Reflektionshologrammen beschrieben.


1.1 Benötigtes Material:


1. Ein kleine Steinplatte (30 cm * 30 cm), z.B. eine Gehwegsplatte.

2. Ein Schubkarrenschlauch oder ein Schaumstoffkissen.

3. Zwei kleine Glasscheiben, z.B. ca. 16 cm * 12 cm, möglichst perfekt sauber.

4. Ca. 7 kurze Stativstangen, 6 Stativmuffen.

5. Ein kleiner Helium-Neon-Laser 1 mW oder mehr.

6. Ein Mikroskopobjektiv (40-fach, möglichst sauber) oder eine vergleichbare Optik

(z.B. aus altem DVD/CD-Player oder aus Einfachkameras).

7. Ein dunkler Raum.

8. Saubere Stoffhandschuhe zum Anfassen des Films und der Glasplatten.

9. Drei möglichst kleine Entwicklerschalen, z.B. kleine Margarinedosen.

10. Eine Filmzange zum Entwickeln.

11. Eine größere Entwicklerschale für die Zwischenwässerung.

12. Fließendes Wasser oder einen Wassereimer für die Schlußwässerung.

13. Etwas Spüli.


1.2 Aufbau des Aufnahmetisches


Zunächst sollte ein einfacher schwingungsgedämpfter Aufnahmetisch gebaut werden. Die Steinplatte muss dazu auf einen nur leicht aufgeblasenen Schubkarrenschlauch gelegt werden.


Anschließend baut man die Stativstangen als eine Art Keil auf. Auf den Längsstangen werden dann die Glasplatten aufgelegt (Hier wird später der Film eingelegt. Eine Muffe am unteren Ende bildet den Anschlag). Der Winkel zwischen der Steinplatte und den Glasplatten sollte ungefähr 33 Grad betragen, die genaue Einstellung geschieht später mit dem Laserlicht.


1.3 Einrichten der Laserbeleuchtung.


Der Laser muss nicht auf der schwingungsgedämpften Steinplatte stehen! Er wird in einer Entfernung von ca. 1 m auf dem Tisch aufgebaut. Der unaufgeweitete Strahl sollte die Glasplatten etwa in der Mitte treffen. Nun kann man die Polarisation und den Brewsterwinkel einstellen. Dafür legt man ein weisses Blatt Papier unter die Glasscheiben, um den an den Glasscheiben reflektierten Laserstrahl besser sehen zu können. Dann dreht man den Laser um seine Längsachse, bis der Lichtfleck ein Minimum an Helligkeit erreicht. Nun kann der genaue Winkel zwischen Glasplatten und Strahl justiert werden. Mit der Hand hebt man die Glasplatten hinten oder vorne an (bezüglich Einstrahlrichtung) und versucht die Reflektion weiter zu vermindern. Je nach Ausgang des Experiments stellt man den Winkel am Stativ entsprechend nach. Den Prozess zwischen Drehung des Lasers und Anpassung des Winkels kann man abwechselnd wiederholen, bis die Reflektion nahezu Null ist. Die richtige Polarisation und der Brewsterwinkel sind nun eingestellt. Jetzt weitet man den Laserstrahl mit einer Optik so auf, dass er in der Mitte der Glasplatten einen Bereich von ca. 10 cm ausleuchtet. Zwischen der Optik und dem Laser stellt man ein Klötzchen, um den Strahl vor der Aufnahme blockieren zu können.


2. Mögliche Objekte


Vor der Aufnahme muß ein passendes Objekt gefunden werden. Für den Anfang sollte man eher "schwierige" Objekte aus Kunststoff, Holz etc. meiden. Besonders gut eignen sich Gipsfiguren aller Art. Sie sind ausreichend stabil und schwer und reflektieren genügend Licht. Metallobjekte können zwar auch sehr reizvoll sein, sind aber aufgrund der teilweise sehr starken gerichteten Reflektion nicht immer optimal. Wichtig ist außerdem, daß sich das Objekt auch im Dunkeln sicher auf die Glasplatten an eine definierte Position legen lässt! Es sollte fest aufliegen, und darf nicht kippeln oder wackeln.


Einen ersten Eindruck, wie das fertige Hologramm aussehen kann, gewinnt man, wenn man das Objekt im aufgeweiteten Laserstrahl an seiner vorgesehenen Position betrachtet. Es empfiehlt sich, mit Edding auf den Glasplatten (von unten) die vorgesehene Position des Films zu markieren. Der Film ist nachher das "Fenster", durch das man das holographierte Objekt sehen kann. Der Auschnitt sollte daher möglichst genau dort angezeichnet werden, wo der interessante Teil des Objekts gut sichtbar ist.



3. Aufnahme


Zur Aufnahme sollte der Raum so abgedunkelt werden, dass man nach fünf Minuten(!) Gewöhnungsphase für die Augen den Aufbau gerade noch gut erkennen kann und die Apparatur sicher bedienen kann. Türen, die sich plötzlich öffnen könnten, sollten abgeschlossen werden. Der Laser sollte mindestens 10 Minuten eingeschaltet sein. Der Strahl wird mit dem Klötzchen gesperrt.

Nun sollte man die Handschuhe anziehen.


Nach diesen Vorbereitungen kann die Filmverpackung geöffnet werden. (Wichtig: Zu helles Licht schadet dem Film!) Man entnimmt ein Blatt und schneidet ein kleines Stückchen zum Testen ab. Das entnommene Blatt lagert man am besten in einer zweiten lichtdichten Dose. Bei der Aufnahme sollte die Emulsionsseite in Richtung des Objekts liegen (siehe Anleitung des jeweiligen Filmmaterials).

Man nimmt nun die Glasplatten aus der Apparatur und legt sie auf ein weisses Blatt Papier. Praktischerweise empfiehlt es sich, ein Buch oder eine Dose so darunterzulegen, daß die Platten bequem abgesetzt werden können. Die obere Platte wird abgehoben und an einen sauberen, trockenen Platz gelegt. Dann legt man den Film mit der Trägerschicht nach unten an seine vorgesehene Position und die zweite Platte wieder darauf. Das ganze Paket nimmt man jetzt horizontal auf, drückt es leicht zusammen, damit der Film nicht verrutscht und legt es in die Apparatur ein (Das muss man eventuell etwas üben). Da die Glasplatten links und rechts auf den Stangen liegen, sollte man die Platten also oben und unten mit den Händen fassen; Anderenfalls kann man sie nicht absetzen, ohne daß der Film herausrutscht!


In der Apparatur wird die Lage des Filmstücks nochmals kontrolliert und dann das Objekt an seine Position oben auf die Glasplatten gelegt. (Ein weisses Blatt Papier hinter die Platten halten, damit man etwas sieht!). Nun heisst es warten! Der Film muss sich zwischen den Glasplatten in Lage, Temperatur und Feuchtigkeit anpassen. Dabei bewegt er sich zunächst (nach holographischen Gesichtspunkten) sehr stark. Man sollte daher mindestens 10 Minuten bis zur Aufnahme warten. Nach der Wartezeit bewegt man sich langsam zum Laser und bleibt dabei möglichst weit vom Aufnahmetisch entfernt stehen. Man wartet ca. 40 Sekunden, bis sich die durch das Gehen im Raum entstandenen Luftströmungen gelegt haben. Dann hebt man das Klötzchen sachte an, ohne den Strahl freizugeben, wartet einige Sekunden (Vibrationen durch das Hochheben abwarten) und gibt dann den Strahl für ca. 10 - 20 Sekunden frei (1 mW, 12 cm Strahlaufweitung). Der Film benötigt zwischen 0,1 - 0,2 mJ /cm2 an Energie, über die Formel


erhält man einen ersten Startwert. Belichtungszeiten über 60 Sekunden sollte man aus Stabilitätsgründen vermeiden. Ideal sind kurze Zeiten von 5 bis 10 Sekunden.


Während der Belichtungszeit sollte jeglicher Luftzug, Vibration, Lärm usw. absolut vermieden werden. Nach der Aufnahme entnimmt man den Film.


4. Entwickeln des Hologramms


Das belichtete Filmstück kann sofort entwickelt oder aber in einer lichtdichten Dose aufbewahrt werden, z.B. für den Transport zur Dunkelkammer. Der Entwicklungsvorgang ist wesentlich unkritischer als bei der Fotografie. Den benötigten Anteil Entwicklungsflüssigkeit in eine Schale geben, ebenso das Bleichbad. Die Schalen sollten zu ca. 0,5 - 1 cm mit Flüssigkeit gefüllt sein. Nach der Benutzung sollten die Flüssigkeiten möglichst schnell wieder in verschlossene Gefäße gegeben werden, was die Haltbarkeit beträchtlich steigert. Ist der Entwickler verbraucht, wird er sehr dunkel. Verbrauchtes Bleichbad erkennt man an stark verlängerten Bleichzeiten. Die Chemikalien sind nicht giftig - direkter Hautkontakt, Spritzer in die Augen etc. sollten natürlich trotzdem vermieden werden. Die folgende Anleitung kann je nach Filmmaterial abweichen, also bitte auf die Herstellerangaben achten!


1. Den Film 2 Minuten entwickeln. Schale dabei im 2 Sekundentakt bewegen.


2. 1 Minute in einem Bad mit Leitungswasser zwischenwässern, Schale dabei bewegen.


3. Nun den Film herausnehmen, gegen eine Lichtquelle (Dunkelkammerbeleuchtung) halten und die Schwärzung komtrollieren. Der Film sollte so stark geschwärzt sein, dass man gerade noch hindurchsehen kann. (Allerdings ergeben sich auch bei geringerer Schwärzung noch sichtbare Hologramme, also in jedem Fall weitermachen und bei der nächsten Aufnahme die Belichtungszeit deutlich (*2) verlängern). Zur Not kann man auch nachentwickeln (also zurück zu 1).


3. Film ins Bleichbad geben, bis dieser klar ist (Einige Minuten, Schale bewegen). Noch einmal die gleiche Zeit abwarten. (Etwas mehr Licht ist jetzt erlaubt).


4. Film ca. 3-5 Minuten wässern. Dabei kann das Licht angemacht werden. Wenn man den Film gegen eine helle Lichtquelle hält, sollten im Durchlicht schillernde Streifen und vielleicht auch das Objekt erkennbar sein.


5. Film ca. 1 Minute in ein Bad mit einem kleinem Tropfen Spülmittel geben. Dann herausnehmen und zum Trocknen senkrecht auf ein trockenes Tuch stellen (An eine Dose oder ähnlich anlehnen).


6. Je nach Raumtemperatur und Feuchtigkeit ist nach 5 - 10 Minuten der Trockenvorgang abgeschlossen. Eventuell kann man den Film auch föhnen, um den Vorgang zu beschleunigen (erst abwarten, bis das Wasser halbwegs abgeflossen ist, Tropfen an der Unterkante vorsichtig wegtupfen). Für besonders Eilige: Den klatschnassen Film sofort und beherzt mit einem sauberen Papiertuch oder einem lederbeschichteten Schwamm wie er für Autoscheiben verwendet wird auf der Emulsionsseite trockenwischen (maximal 10 Sekunden, sonst klebt die Emulsionsschicht und reißt), dann föhnen.


Besonders eindrucksvoll ist es zu beobachten, wie das Hologramm nach und nach erscheint. Dazu muss man das Hologramm mit einer Halogenlampe oder Taschenlampe anleuchten und drehen bis man den richtigen Winkel (siehe Aufnahmewinkel) gefunden hat. Das Hologramm ist an den feuchten Stellen noch unsichtbar, da hier die Gelatine stark gequollen ist. An den getrockneten Stellen erscheint ein rötlich- bis gelbliches Hologramm des Objekts. Ist das Hologramm tiefrot, ist es eher unterbelichtet. Je stärker die Belichtung ist, desto kürzer wird die Wiedergabewellenlänge. Das liegt daran, daß bei längerer Belichtung auch mehr Silber belichtet und anschließend entfernt wird, was für eine stärkere Schrumpfung der Schicht sorgt. Dadurch liegen die Interferenzstreifen senkrecht zum Film näher zusammen, was beim Reflektionshologramm für eine verkürzte Wiedergabenwellenlänge sorgt.


4. Veredeln und endgültige Beleuchtung


Um das Rauschen der Filmschicht zu dämpfen und einen eindruckvoll schwarzen Hintergrund zu erhalten, empfiehlt es sich die Hologramme auf der Emulsionsseite mit schwarzem Lack aus der Sprühdose einzusprühen. (Jetzt ist es wichtig, daß der Film bei der Aufnahme richtig herum eingelegt war!) Dies muss schnell geschehen, man sollte daher schnelltrocknenden Lack verwenden. Das Hologramm zum Einsprühen richtig herum auf eine Pappe legen (wegen des Geruchs geht man am besten ins Freie!), eventuell an den Ecken etwas mit Tesa fixieren, damit es nicht wegfliegt. Dann kurz mit einer dünnen (!) Schicht Lack einsprühen und diesen direkt mit einem Föhn aus ca. 40 cm Abstand trocknen.


Das so behandelte Hologramm in ein Passepartout kleben (Tesafilm) und mit einem Halogenspot, oder einer anderen möglichst punktförmigen Lichtquelle beleuchten. Das Holgramm wir umso schärfer, je kleiner die Lichtquelle ist. Man kann das auch am Schatten der Lichtquelle kontrollieren: Punktförmige Lichtquellen werfen einen besonders scharfen Schatten.



Viel Spaß! (P.S. Falls Sie die Anleitung ausprobiert haben: Eine kurze Rückmeldung per Mail wäre nett: info@holozone.de)

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